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Rosentod
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Der 19. Dezember 2012 war der Tag, an dem wahr wurde, was viele Fans schon lange ahnten, was viele Fans aber erfolgreich verdrängten. Nach einer, für deutsche Verhältnisse, gigantischen Karriere, nach systematischen Ruhepausen, überbordenden Erfolgen, Peters gesundheitlichem Zusammenbruch, nach all diesem auf und ab der letzten Jahre wurde die offizielle „Endzeit-Pause“ von Rosenstolz verkündet. AnNa und Peter schrieben dazu unter anderem:

„Wenn man zwanzig Jahre so intensiv gemeinsam durch Höhen und Tiefen gegangen ist, kann es sein, dass irgendwann der Wunsch nach neuen Abenteuern immer lauter wird. 
Wir haben viel miteinander geredet, gelacht und geweint und wir haben festgestellt, dass uns so viel verbindet und wir zusammen so viel erlebt und erreicht haben, dass es jetzt der schönste Moment ist, einander Raum zu geben. Raum, diese Abenteuer einmal getrennt voneinander zu erleben. Um sich danach wieder zu treffen und einander die spannenden Geschichten und Erlebnisse zu erzählen, die man gemacht hat.
Genau dafür schenken wir uns nun gegenseitig Zeit und lassen für den Moment los.“

Das klingt nach dem berühmten „Aber lass uns doch Freunde bleiben“. Für mich ist das das unumstössliche Ende von Rosenstolz. Eine Band, die mich 15 Jahre begleitet hat, deren Songs aus meinem Herzen, aus meiner Seele gekommen zu sein schein. Oder zumindest hat Peter mein Leben und Fühlen sehr genau beobachtet, bevor er es musikalisch umgesetzt hat. Das war am Anfang so, das war mitten drin so, das war am Ende so. Wie jedes Leben so musste auch das musikalische Liebesleben zwischen Rosenstolz und mir einmal enden. Aber so? Ich hatte mir den „Rosentod“ immer anders vorgestellt. Und was mache ich mit der Homepage? Alles löschen über Rosenstolz? Nein, dafür sind sie zu wichtig, dafür hat mich die Musik und das drum herum zu sehr geprägt, hat mich mit zu vielen zu wichtigen Leuten zusammengeführt. Oder wie Trude Herr einst sagte - „Niemals geht man so ganz“. Uns bleibt die Musik, unvergessliche Erinnerungen, Emotionen – und natürlich all die Freunde, die wir mit, über und durch Rosenstolz kennen und lieben lernen durften. Und all jene die sich jetzt ganz persönlich angesprochen fühlen - ich Danke euch für all das, was ich mit euch in 15 Jahren Rosenstolz erleben durfte - es war gigantisch! Ihr seid in meinem Herzen, ihr rockt mein Leben - Danke!

Aber wie immer in der dunkelsten Stunde, kommt von irgendwoher ein kleines Licht.

Umso überraschender dann die Ankündigung – Peter Plate bringt ein eigenes Album raus. Peter Plate? Der Peter, dessen stimmliche Talente zwar bei der „Zigarette danach“ stets frenetisch gefeiert wurden, aber ansonsten die Trumpfkarte Stimme doch eher bei AnNa lag. 

Nun, es kamen die ersten Trailer, Youtube-Clips – und die Skepsis blieb. „Schüchtern ist mein Glück“ heisst das Album. Klingt eigentlich nach typisch Rosenstolz. Aber das Album ist so ganz anders. Und ich kann euch eines sagen – es ist unglaublich geil. Gut, einige Songs reissen mich nicht voll vom Hocker, aber das hat Peters Album dann auch mit Scheiben gemeinsam, die von Musikgöttern wie Michael Jackson, Madonna oder Robbie Williams produziert worden. Aber es sind phänomenale Songs drauf. Lieder, die von Musik und Text die Seele berühren, das Herz umstreicheln, ein bisschen das alte Rosenstolzflair haben und doch ganz anders sind. Lieder, die sich im Hörgang festsetzen und im Kopfkino jederzeit präsent sind. Bei aller Skepsis im Vorfeld – ich habe natürlich ungehört am ersten Tag das Deluxe-Album gekauft – und bis heute nicht bereut, ganz und gar nicht. Schöne Melodien, Instrumente die dich einfangen, Texte die sich wie von selber einprägen. Man merkt erst hier so richtig, wie viel Anteil Peter an Rosenstolz wirklich hatte. Schüchtern ist mein Glück ist eine CD, die ich jedem früheren Rosenstolz-Fan nur ans Herz legen kann. Ich selber bin begeistert und ich glaube, ihr werdet das auch sein. Es ist gewiss keine CD, die für den Pop-Olymp qualifiziert und riesige Hallen füllen wird. Aber für das kleine, gewisse Etwas im musikalischen Sinne – da ist sie brilliant. Peter hat übrigens die Premiere seiner CD mit einem kleinen Konzert in einem Berliner Club gefeiert, bei dem er die CD ausgewählten Fans vorgestellt hat. Dort wurde auch das nachfolgende Foto von ihm aufgenommen.

Peter Plate 2013
© Foto made by Stephanie Herberger - mit bestem Dank!

Und nun? Nun legt AnNa R. nach. Ob Zufall oder nicht, kaum war Peters CD angekündigt, kaum war Peter wieder in den Medien präsent – verkündet AnNa R. ihr eigenes Projekt.

Gleis 8 nennt sich ihre neue Band, die sie nach eigenen Angaben mehr „zufällig“ mit einigen alten Freunden gegründet hat. Und so wird auch sie im Mai eine eigene Solo-CD veröffentlichen.

Man darf gespannt sein, was AnNa’s Stimme ohne Peters Texte darstellen wird und in welche Richtung ihre CD geht. Das erste Mitte April veröffentlichte Video zur Single „Wer ich bin“ sagt mir persönlich noch nicht so viel – warten wir ab, was als nächstes kommt. Rosenstolz bleibt tot – es leben Peter Plate und AnNa R.